Vier Abschnitte aus der Friedensdenkschrift der EKD
https://www.ekd.de/friedensdenkschrift-2025-91393.htm
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| (60) Die Verteidigungsfähigkeit umfasst nicht nur die Streitkräfte. Alle
| Bürgerinnen und Bürger sollten im Sinne einer umfassenden
| sicherheitspolitischen Widerstandsfähigkeit verteidigungsfähig sein. Bildungs-
| und Aufklärungsmaßnahmen leisten dafür einen wichtigen Beitrag. Sie
| sensibilisieren für die Aufgaben und bieten zugleich die Chance, der Gefahr
| einer schleichenden Militarisierung entgegenzutreten. Die Friedenserziehung als
| Teil der Friedensarbeit bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der
| sicherheitspolitischen Widerstandsfähigkeit. Mit ihrer vielfältigen
| Bildungsarbeit, etwa im Religions- und Konfirmandenunterricht oder in der
| Erwachsenenbildung, aber auch über Verlautbarungen und öffentliche
| Stellungnahmen sowie ihre Präsenz in der zivilen Friedensarbeit und in der
| Militärseelsorge leisten die Kirchen hierzu einen maßgeblichen Beitrag.
Jeder ist Soldat. Ob mit oder ohne Uniform. Die Kirche hat das allen klar zu
machen. Im Religionsunterricht und auch den Konfirmanden. Und wo sonst auch
immer. Das nennt sich Friedenserziehung.
| (61) Seit Jahrzehnten haben die Kirchen ein Netz von Not- fallseelsorge,
| Krankenhausseelsorge, Seelsorge in Blaulichtorganisationen und in den
| Streitkräften mit einem umfassen- den Angebot an seelsorglichen Aktivitäten,
| gottesdienstlicher Begleitung und Ausbildungskonzepten aufgebaut. Es geht da-
| rum, Resilienz in einer konfliktreichen Welt aufzubauen. Die etablierten
| Strukturen und Netzwerke der Seelsorge müssen so ausgebaut werden, dass die
| Kirchen für den Krisenfall handlungsfähig sind. Es ist notwendig, dies schon im
| Vorfeld zu tun, damit entsprechende Strukturen im Ernst- fall zur Verfügung zu
| stehen. Dabei ist es wichtig, dass sich die Kirchen als Teil der Gesellschaft
| verstehen, die verteidigungswürdig ist, ohne aber als Instrument der
| Systemstabilisierung zu dienen.
Die Kirche muss kriegstüchtig werden. Sie muss eine kriegstaugliche Organisation
aufbauen. Nicht um die Waffen zu segnen, sondern die Sterbenden. Und die anderen
wieder kriegsverwendungsfähig zu predigen.
| (147) Allerdings kann die Eigenart der abzuwendenden Gefahr eine Rolle bei der
| Anwendung der anerkannten Kriterien für rechtmäßige Selbstverteidigung spielen,
| also insbesondere der Unmittelbarkeit des bevorstehenden Angriffs sowie der
| Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit militärischer Abwehrmaßnahmen. Das hängt
| mit den kaum vorstellbaren Folgen eines eventuellen Gebrauchs nuklearer Waffen
| zusammen. Daher kann sich in Extremszenarien die Frage stellen, ob bei der
| Entwicklung von Massenvernichtungs- waffen durch einen Staat bereits dann eine
| unmittelbare An-griffsgefahr vorliegt, wenn Trägersysteme und Einsatzbereit-
| schaft absehbar sind, ohne dass ein konkreter Angriff direkt bevorsteht. Dazu
| muss auch gehören, dass das Ziel der Waffen- entwicklung in einem entsprechenden
| Angriff besteht. Wenn friedliche Mittel der Konfliktbearbeitung ausgeschöpft
| sind und bewaffnete Gegenwehr die einzig verbleibende Möglichkeit zur Abwehr
| einer existenziellen Bedrohung darstellt, kann aus ethischer wie
| völkerrechtlicher Perspektive eine präventive militärische Reaktion
| gerechtfertigt sein. Eine solche Legitimation einer bewaffneten Gegenwehr
| setzt allerdings sehr hohe Anforderungen voraus. Analog zur Gegengewalt als
| ultima ratio kann eine solche präventive Reaktion nur dann erfolgen, wenn alle
| diplomatischen Wege erschöpft sind und das Kriterium der Verhältnismäßigkeit
| angewendet wird. Damit das Recht der Selbstverteidigung nicht überdehnt oder ad
| absurdum ge- führt wird, müssen – mindestens im Nachgang – ausreichende Belege
| für eine solche unmittelbare Angriffsgefahr angeführt werden können. Gerade
| angesichts des Missbrauchspotenzials solcher Begründungen muss die Friedensethik
| mit Nachdruck darauf hinweisen, dass hier nur mit größtmöglicher Zurückhaltung
| und ethischer Sorgfalt entschieden werden darf (s. oben Ziff. 58).
Die Frage ist, ob die Bundeswehr Russland angreifen darf. Im Prinzip
ja. Allerdings muss noch am legitimierenden Szenario gebastelt werden.
| (148) Die sehr herausfordernde Frage nach der ethischen Legitimationsfähigkeit
| einer präventiven bewaffneten Gegen- wehr stellt ein Teilproblem der
| grundsätzlichen Dilemmata dar, in die die Tatsache des Vorhandenseins nuklearer
| Bewaff- nung führt. Hinsichtlich der nuklearen Abschreckung und der nuklearen
| Teilhabe lassen sich keine eindeutigen, ethisch begründeten Vorgaben treffen,
| sondern lediglich die genannten Dilemmata festhalten. Denjenigen, die als
| Volksvertretung diese schwierige Abwägung vornehmen müssen, ist in dieser
| Entscheidung zur Seite zu stehen. Bei Entscheidungen einer solchen ethischen
| Reichweichte entspricht es einer protestantischen Zugangsweise, dass Abge-
| ordnete ihrem Gewissen folgen, es also keinen sogenannten Fraktionszwang gibt.
Die Kirche wird jenen Politikern, die den Angriff auf den Weg bringen,
seelsorgerlich zur Seite stehen.
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Man muss das Geschwiemel ins Praktische übersetzen. Dann es klar.
Eine üble Sache.
„12/2021Hartwig Hohnsbein
Die Kirche und der Krieg“
https://www.ossietzky.net/artikel/die-kirche-und-der-krieg/
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| Die Höhepunkte in seinem bischöflichen Leben waren dann die Verlautbarungen in
Gemeint ist Bischof der Landeskirche Hannover.
| der Zeit des Krieges für die gesamte evangelische Kirche, darunter insbesondere
| das »Telegramm an den Führer« vom 30. Juni 1941« (hier in gekürzter Form):
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| »Die Deutsche Evangelische Kirche (…) ist mit allen ihren Gebeten bei Ihnen und
| bei unseren unvergleichlichen Soldaten, die nun mit so gewaltigen Schlägen daran
| gehen, den Pestherd zu beseitigen, damit in ganz Europa unter Ihrer Führung eine
| neue Ordnung erstehe und aller inneren Zersetzung, aller Beschmutzung des
| Heiligsten, aller Schändung der Gewissensfreiheit ein Ende gemacht werde.«
|
| Diese Pestbotschaft des Bischofs Marahrens war das neue Evangelium der Deutschen
| Evangelischen Kirche. An der »Front« verkündigten es wohl die meisten der circa
| 580 evangelischen »Feldgeistlichen«. Und so konnten deutsche Soldaten mit »gutem
| Gewissen« vernichten und ermorden: Kommissare, Partisanen, Kriegsgefangene,
| Frauen und Kinder, Juden und andere Völker, Schwache und Behinderte,27
| Millionen Menschen.
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Sie wissen nicht, was sie tun.
Wichtiger:
„Abrüstungsappell 2026 nun zur Unterzeichnung online!
von Klaus Moegling“
https://erhardepplerkreis.substack.com/p/abrustungsappell-2026-nun-zur-unterzeichnung
https://www.change.org/p/abr%C3%BCstung-jetzt
Auszug:
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| Abrüstung JETZT!
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| Die Ankündigung des US-Präsidenten, keine neuen Marschflugkörper in Deutschland
| zu stationieren, ist die Chance für einen Politikwechsel, der die gegenwärtige
| Phase der Rüstungseskalation beendet.
|
| Dazu erwarten wir, dass Deutschland umgehend eine Initiative für internationale
| Abrüstungs- und Rüstungskontrollverhandlungen unter dem Dach der UN
| ergreift. Der Versuch, mit europäischen Partnern neue Mittelstreckenwaffen zu
| entwickeln, ist dagegen keine Lösung. Er führt direkt in eine weitere
| Eskalationsspirale, die gestoppt werden muss. Damit steigt auch die Gefahr eines
| Atomkriegs. Hyperschallraketen sind Erstschlagswaffen. Sie können in 10 Minuten
| Atomwaffenstandorte treffen. Umgekehrt gilt dies auch für russische
| Hyperschallraketen. Die Standorte in den USA sind für diese allerdings nicht
| erreichbar, ein Erstschlag wäre damit nicht zu führen.
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| Rüstungskontrollverträge, direkte Kommunikationskanäle und verlässliche
| Vereinbarungen reduzieren das Risiko eines unbeabsichtigten Atomkriegs
| erheblich.
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| Wenn die Bundesregierung in der jetzigen Situation anbietet, auf die
| Stationierung bzw. die Entwicklung von Mittelstreckenwaffen zu verzichten,
| bedingt das zeitgleich die Aufforderung an Russland, im Gegenzug seine
| Iskander-M-Raketen aus Belarus und Kaliningrad zurückzuziehen.
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| Der Anspruch, militärische Führungsmacht zu werden, ist völlig fehl am Platz und
| ein Schlag ins Gesicht der Opfer zweier Weltkriege
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Der Frieden ist bedroht. Es ist schwer, Orientierung zu gewinnen. - Jede Art von Propaganda will irritieren, viele wollen "aufklären" und verwirren zusätzlich. - Es bleibt die Aufgabe des Einzelnen, sich seine Sicht der Dinge zu erarbeiten. Wir haben die Welt nicht unmittelbar, wir müssen uns selbst durchwühlen. - Vielleicht helfen die Texte und Quellen und einige Bemerkungen dazu.